Ecuador – mal kurz reingeschnuppert

14 01 2014

So langsam wird es echt mal Zeit die letzten Artikel über unsere lange Reise zu schreiben.

Von Chiclayo, Peru fuhren wir direkt nach Guayaquil in Ecuador. Bei uns wenig bekannt ist dies die größte und wirtschaftlich bedeutendste Stadt in Ecuador. Den ersten Tag haben wir uns allein etwas in Guayaquil umgeschaut uns es hat uns sehr gut gefallen. Die Uferpromenade ist fein rausgeputzt es gibt interessante Museen und teile der Stadt sind schön restauriert. Über Couchsurfing hatte ich hier auch einen Host gefunden mit dem wir uns am 2. Tag dann trafen als er aus den USA zurück war. Mit ihm machten wir einen Ausflug ins Hinterland zu seinem Opa, wo Kakao angebaut wird. Sein Onkel wusste viel interessantes über die Landwirtschaft und den Ort zu erzählen und wir haben einige typische Leckereien, wie Humitas (gedämpfte Maisröllchen) und im Bananenblatt gegrillte Platanen mit Hackfleischfüllung, porbiert.

Wir ließen dann jede Menge Gepäck bei Mario zu Hause um den letzten Abschnitt der Reise etwas ‚unbeschwerter‘ zu verbringen und machten uns auf nach Cuenca im Hochland. Die Altstadt ist hier wirklich sehr gut erhalten. Es ist schön einfach in einem netten Restaurant oder Café zu sitzen und die Geschäftigkeit auf den Straßen zu beobachten.

Wir fühlten uns wirklich wohl dort, aber es lockte der Cajas Nationalpark und so ging es nach 2 Tagen weiter. Die nette und kompetente Dame von der Tourist Info hatte uns genau gesagt, wie wir hinkommen zum Park. Aber die Dame vom Hostel meinte, es wäre besser anders zu fahren. Hätte wir nur mal nicht auf die gehört, das hat uns min. zwei Stunden gekostet… Naja, wir sind ja nicht auf der Flucht gewesen.

Gerade noch rechtzeitig bei der Parkverwaltung angkommen (die schließen nämlich um 16.00Uhr) wurden wir sehr nett begrüßt und bekamen tolles Info-Material – eine wirklich brauchbare Karte und eine Broschüre mit den Vögeln die es im Park gibt. Da wir schon recht spät dran waren, beschlossen wir die erste Nacht in der Hütte gleich ums Eck zu übernachten – für 4USD kein schlechter Deal. Für eine erste Erkundung war aber noch Zeit und auf den gut markierten Wegen gab’s einen tollen ersten Eindruck von der Landschaft im Abendlicht.

Am nächsten Vormittag brachen wir dann auf zu unserer langen Wanderung. In dieser Gegend regnet es enorm viel und wir waren froh, dass es am Vormittag nur bedeckt war. Am Nachmittag wurde es dann zunehmend nebelig und es war schade, dass uns da wohl ein paar tolle Ausblicke entgangen sind. Die Etappe, die wir uns für diesen Tag vorgenommen hatten, war nicht ohne und zu allem Überfluss verpassten wir auch noch eine Abzweigung. Das hat uns sicher eine ¾ Stunde gekostet. Später fing es dann an leicht zu regnen und wir dachten wir müssten längst beim Campingplatz sein. Aber es kam und kam kein Schild. Tatsächlich existieren die Campingplätze nur auf der Karte… Wir haben uns also schließlich – es war schon später Nachmittag – nach einer Möglichkeit umgeschaut unser Zelt aufzustellen, was in dem Terrain und bei der Vegetation gar nicht so einfach ist. Immerhin bewegt man sich hier fast konstant über 4000m. Just in dem Moment, als wir ein Plätzchen ausgemacht hatten, fing es an in Strömen zu regnen. Echt tolles Timing! Auf der ganzen Weltreise ist uns dass noch nie passiert! Also nichts wie rein ins Zelt und nicht mehr rühren bis zum nächsten Morgen…

Da hatte es dann wieder etwas aufgeklart und wir hatten einen schönen Ausblick. Hin und wieder war es etwas tricky zu erkennen, wo der Wanderweg verläuft, aber im großen und ganzen sind die Wege sehr gut markiert – man muss eben die Augen offen halten. Auf andere Wanderer trafen wir nicht, lediglich vier Angler versuchten ihr Glück. Wir kamen auch an einen Bach. Florian war schon etwas vorgegangen und ich dachte mir: „Was macht er denn da im Wasser?“ Als ich näher kam, sah ich, dass er versuchte eine Forelle zu fangen. Es waren ziemlich viele dort und sie schwammen wohl den Bach hinauf um ihre Eier abzulegen. Da das Wasser recht niedrig war, schafften wir es mit vereinten Kräften tatsächlich eine wunderschöne Lachsforelle mit den Händen zu fangen. Sie hat uns am Abend vorzüglich geschmeckt!

Am frühen Nachmittag begann für uns dann der Abstieg in den unteren Teil des Parks. Zuerst ging es nochmal wahnsinnig steil bergauf. Hinunter war es unglaublich glitschig und nass – Gummistiefel wären nicht übertrieben gewesen. Es grenzt an ein Wunder, dass wir nicht in Matsch gebadet unten ankamen. Die Wanderstöcke leisteten uns wieder einmal sehr gute Dienste. Die Vegetation ist hier viel üppiger. Moosbewachsene Bäume, Orchideen, Farne… Von den besonderen Vögeln, die es hier gibt haben wir leider nichts gesehen. Dafür muss man viel Geduld haben, aber wir waren schon etwas geschafft am Ende und wollten noch zurück nach Cuenca. Wir kamen also am anderen Ende des Parks wieder zu einem Parkverwalterhäuschen, und wen treffen wir da? Unseren Wärter von der ersten Nacht. Er hatte inzwischen gewechselt und konnte kaum glauben, welche Strecke wir in den zwei Tagen zurückgelegt hatten. Zum Glück waren noch zwei andere Touris im Park, die uns netterweise mit zurück nach Cuenca nahmen. Der Fußweg bis zur Hauptstraße wäre sicher nochmal min. eine Stunde gewesen.

Von Cuenca fuhren wir weiter nach Riobamba und von dort am nächsten Morgen nach Baños zu den Heißen Heilbädern. Es gibt dort einiges zu unternehmen und entsprechend viele Touranbieter reihen sich in den Straßen. Wir waren einfach nur faul. Genossen das Wifi im Hotel und die heißen Quellen und zogen dann weiter gen Norden. Wir machten einen Zwischenstopp in Latacunga, und fuhren hinauf zur Laguna Quilotoa, einem schönen Kratersee.

Es hatte sich über die letzten Wochen schon eine gewisse Reisemüdigkeit eingeschlichen und so beschlossen wir kurzerhand, dass es Zeit war für ein wenig ‚Urlaub‘. Anstatt wie geplant weiter nach Norden zu fahren sprangen wir in den nächsten Bus an die Küste und erreichten am Abend unser Ziel Canoa. Nach kuzem Suchen fanden wir hier ein tolles Hostel und wir chillten fünf Tage in diesem coolen Nest.

Mit Mario wollten wir uns ein paar Tage später in Salinas treffen uns so tingelten wir die Küste entlang nach Süden. In Montañita machten wir nochmals halt. Allerdings war dieser Partyort für uns nicht auszuhalten und gleich am nächsten Morgen suchten wir das Weite. Zwei Orte weiter fanden wir wieder eine ruhige Bleibe und dann trafen wir uns auch schon mit Mario. Eine Nacht blieben wir noch bei seiner Tante in Salinas und danach noch zwei in Guayaquil. Auf dem Rückweg in die Stadt machten wir halt bei heißen Quellen mit Schlammbad. Das war echt super! Und als krönenden Abschluss des Tages gingen wir mit Mario und seiner Mutter zum Krabbenessen.

Am 5.12. nahmen wir nach über 7 Monaten Abschied von Südamerika. Es war tolle Zeit, auch wenn wir am Ende schon froh waren wieder nach Europa heimzukommen. Mit fast 3 Stunden Verspätung hoben wir ab Richtung Madrid. Hier blieben wir noch eine Nacht und gönnten uns diesmal ein super ****Hotel mit Flughafenshuttle und ein schönes Abschlussessen mit einer Flasche Wein… Ich war ganz schön beschwipst!

Mit der Lufthansa landeten wir schließlich überpünktlich in München, wo Florians Schwester schon auf uns wartete und uns sicher durch das Schneegestöber nach Hause brachte.

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