Samaipata und Sucre

30 07 2013

Samaipata empfanden wir (aber insbesondere Florian) als Touristenfalle von der schlimmen Sorte. An jeder Ecke ein Touranbieter, überhöhte Preise, Traveller allerorten… Niemand wollte oder konnte einem Auskunft über die Wege durch die hügelige Landschaft geben. Nicht zuletzt deshalb waren wir hier überwiegend ziemlich faul – das hatten wir uns nach dem Trip in den NKM Nationalpark aber auch verdient. Am letzten Tag sind wir dann trotz weniger gutem Wetter einfach auf einem Weg, der so in etwa zu unserem Ziel führen sollte, losgegangen. Nach einem ziemlichen Anstieg fragen wir nochmal, ob wir auch richtig sind. Nein, nein, wir müssten wieder ganz runter und dort entlang. Also gut. Nach einem Weilchen kommt uns unten jemand entgegen und ich frage wieder. Nein, nein, wir sollten da oben gehen… Ha, wie witzig, da sind wir hergekommen *Nervkotz* Am Ende des Weges (das wir nach ca. 15km erreicht hatten) trafen wir überraschenderweise auf eine deutsche Auswandererfamilie. Die haben uns dann den weiteren Weg beschrieben, von selbst wär ich da nicht weiter gegangen. Erreicht haben wir das Ziel nicht aber es war trotzdem kein so schlechter Tag.

Von Samaipata wollten wir nach Sucre. Es wurde uns gesagt, dass es nur einen Nachtbus gibt, das hat mir schon mal nicht gefallen. Der Preis kam mir auch verhältnismäßig hoch vor. Also haben wir beschlossen die Strecke in Abschnitten zurückzulegen. An der Hauptstraße kommen ständig Busse nach Vallegrande etc. vorbei und nach nur 10min. warten wurden auch wir aufgelesen. Der Bus fuhr bis Valle Serrano – also stand unser Tagesziel fest. Wir sind auf jeden Fall heilfroh, dass wir tagsüber gefahren sind, denn die Landschaft war atemberaubend schön. Mal haben wir uns auf über 3100m hochgeschraubt, dann wieder runter in ein Flusstal, durch die goldenen Stoppelfelder…

Auf dem Weg wär evtl. Pucara noch einen Stop wert gewesen, ein Dorf wie an den Hang geklatscht. In Valle Serrano gibt es vor allem Essen. Zu jeder Tageszeit ist am Hauptplatz irgendwas geboten – zum Frühstück schon Kutteln gefällig? Ich würd’s nicht wieder machen, aber Florian hat’s geschmeckt. Später dann allerlei Eintöpfe, Suppen, Empanadas, verschiedene Getränke aus Mais, Leinsamen, Sesam oder Quinoa, einen Kürbisbrei, danach Maiskuchen… Dass es in einem Ort dieser Größe ein so konstantes, gutes Essensangebot gegeben hätte, haben wir noch nicht erlebt. Am nächsten Tag ging es am frühen Nachmittag weiter nach Sucre. An der Bushaltestelle ist mir dann aufgefallen, dass mein Fotoapparat nicht am Daypack dranhängt wie sonst immer. Oh nein, das Internet Café. Da hatte ich ihn doch dabei. Ich renne also 5min. vor geplanter Abfahrt zurück ins Zentrum und das Internet Café hat natürlich grad über Mittag geschlossen… Glücklicherweise wird mein Klopfen erhört und der Fotoapparat, den ich neben dem Monitor vergessen hatte, ist von einem netten Jungen abgegeben worden. So ein Glück!!! Ich renn‘ also zurück zum Bus, bin sogar noch pünktlich und dann dauert’s wie üblich doch noch so eine halbe Stunde bis alles verstaut ist und alle da sind und wir endlich losfahren.

Die Fahrt nach Sucre war auch wieder sehr schön! Leider sind die Fotos alle nicht so toll, aber die Erinnerung zählt. Sucre ist offiziell Haupstadt, auch wenn die Regierung in La Paz sitzt und sehr beliebt für längere Aufenthalte. Es ist eine schöne Stadt mit vielen prachtvollen Bauten, aber nicht so angenehm wie Santa Cruz. Dort wurden wir als Touristen kaum beachtet, hier kann man (das ist unsere Erfahrung, wir haben es mehrmals ausprobiert) keine 2min. auf der Plaza sitzen ohne von irgendwem angebettelt zu werden.

Nicht verpassen sollte man den Markt, der ist echt einen Besuch wert. Es gibt leckeres Essen, Obst und Gemüse appetitlich aufgetürmt, einen Innenhof mit einer Saftbar neben der anderen, interessante Fleischstände (manch gute – und bei anderen fragt man sich, ob man nicht doch lieber Vegetarier sein soll solange man in Bolivien is(s)t), aber Finger weg vom Eischnee auf dem Flan. Ich war wieder etwas übermütig und musste das natürlich probieren – und die nächsten 2 Tage dafür büßen. Überwiegend kuriert ging es als nächstes nach Potosí, der Silbermetropole der Kolonialzeit…

Wandern um Samaipata
auf dem Weg nach Villa Serrano
auf dem Weg nach Villa Serrano
Fleisch aus dem Schubkarren
'Brot'zeit
auf dem Weg nach Sucre
auf dem Weg nach Sucre
Marktbesuch
Marktbesuch
Sucre
Sucre
Sucre
auf dem Weg nach Potosi


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