Asunción, Paraguay und Santa Cruz, Bolivien

4 07 2013

Nach 14 Stunden Busfahrt kamen wir gar nicht mal so erschöpft in Asunción, der Hauptstadt Paraguays an. Der Bus war sehr komfortabel zum Schlafen, weil man den Sitz sehr weit zurückstellen konnte und es gab auch ein aufklappbares Fußteil.

Paraguay ist wieder einmal ein Land in dem man mit den Tausendern nur so um sich wirft (1Euro=5700Guaraní)… Der erste Eindruck von der Stadt, den wir im Bus zum Hostel gewonnen haben, war recht positiv und ich hab mich schon gefreut ein bisschen mehr Zeit in Paraguay zu verbringen. Allerdings war es recht frisch, am nächsten Tag hat es auch noch angefangen zu regnen und der Wetterbericht war für die ganze folgende Woche ziemlich schlecht – und zwar für alle Regionen, die uns hier noch interessiert hätten. Deswegen haben wir beschlossen nur einen kurzen Stopp einzulegen und dann gleich nach Bolivien weiter zu fahren.

Im Regen haben wir aber dann trotzdem einen kleinen Stadtrundgang gemacht zu Kathedrale, Regierungsgebäude, Hafen, haben ein Museum besucht… Wegen dem schlechten Wetter, und weil auch noch Sonntag war, war aber alles wie ausgestorben und etwas trist. Am nächsten Tag waren wir im Botanischen Garten, in dem sich auch das Naturkundemuseum befindet. Der Garten ist eher ein normaler Park aber im Museum gibt es ein paar interessante Exponate. Auch nicht verpassen sollte man den ‚Mercado 4‘ – ein Markt auf dem sich (fast) alles finden lässt. Einige Zeit haben wir auf die Suche nach einem brauchbaren Schlafsack für unsere Trekkingtouren in Bolivien verwandt und sind letzten Endes auch fündig geworden 🙂 Praktisch unser Highlight in Asunción.

Mit einem weit weniger komfortablen Bus wie beim letzten Mal ging es dann der Länge nach durch Paraguay bis nach Santa Cruz in Bolivien. Laut Aussagen am Ticketstand sollte die Fahrt 20-22h dauern – es sind dann aber doch etwas über 25 geworden. Wir haben festgestellt, dass uns diese langen Fahrten eigentlich nichts ausmachen. Florian liest oder schläft und ich schau ganz gern aus dem Fenster oder döse vor mich hin.

Mit an Bord war auch eine mennonitische Familie. Die Mennoniten sind eine Glaubensgemeinschaft, die im 16Jh. in Holland ihren Ursprung hat. Ableger finden sich heute u.a. in den USA, Kanada, Paraguay, Bolivien… Sie bleiben überwiegend unter sich und leben in ihrer Gemeinschaft relativ isoliert von der restlichen Bevölkerung, sprechen oft nur Plattdeutsch (und kein Spanisch), leben von Landwirtschaft, lehnen moderne Technologie überwiegend ab (keine Autos, Computer…) und sind alle recht einheitlich gekleidet (Männer mit Bundfaltenhosen oder Latzhosen und Hut oder Kappe und Frauen in dunklen Kleidern mit Kopftuch). Um die Besiedlung des teilweise etwas unwirtlichen Gebietes voranzutreiben, wurde ihnen günstig Land angeboten und so sind sie von Nordamerika und anderswo hierher gekommen.

In Santa Cruz war mir nach drei erfolglosen Versuchen Geld abzuheben schon etwas mulmig geworden. Aber beim vierten hat es endlich funktioniert und seither gab es auch keine Probleme. Mit dem Argentinier, der schon in Asunción mit uns im Hostel war, haben wir uns für die nächsten zwei Nächte ein Zimmer geteilt.

Alle sagen, dass Reisen in Bolivien sehr billig ist, und bisher können wir das nur bestätigen. Ein Doppelzimmer kostet im Schnitt 6€, ein Mittagsmenü mit Suppe, Hauptgang und Getränk gibt es ab 1,50€, ein frisch gepresster Orangensaft und kleine Snacks am Straßenrand kosten so 0,25€. Wegen der vielen kleinen Köstlichkeiten werden wir wohl unsere überflüssigen Pfunde aus Brasilien nicht so schnell loswerden 🙂 Besonders gemein sind Flans, Maracuja-Creme-Törtchen und Co. in den Vitrinen… Am Hauptplatz vor der Kathedrale kann man sich schön hinsetzten und die Leute beobachten. Hin und wieder kommt ein Kaffeeverkäufer vorbei (der Kaffee wird hier, wie auch schon in Brasilien, meist sehr süß getrunken, aber ohne Milch), aber die drängen sich nicht auf. Wenn man sie nicht anhält spazieren sie eben vorbei – das fand ich schon mal Klasse.

In der Tourist-Info haben wir gute Karten gekriegt und auch die ein oder andere gute Info. Was die Züge anging waren sie aber nicht ganz up to date. Als ich einen Tag vor geplanter Abfahrt ein Ticket kaufen wollte, wurde mir gesagt, dass der Regionalzug, den wir nehmen wollten, seit drei Wochen nicht mehr existiere… Die jetzt günstigste Option war der Oriental Express, der dreimal die Woche fährt – glücklicherweise auch noch am gleichen Nachmittag. Also haben wir schnell unser Zeug zusammengepackt und los gings zu den Missionen der Jesuiten aus dem 18Jh. in San José de Chiquitos.

Santa Cruz hat uns schon mal ziemlich gut gefallen, und dabei heißt es immer, dass das eine der weniger schönen Städte in Bolivien ist.

Cabildo, Asuncion
Hafen, Asuncion
Regierungssitz, Asuncion
An der Flusspromenade, Asuncion
Cabildo Museum
Streetart, Asuncion
Innenleben eines Frosches
Los Pozos Markt, Santa Cruz
Los Pozos Markt, Santa Cruz
Kathedrale, Santa Cruz
Am Hauptplatz, Santa Cruz
Kathedrale, Santa Cruz
Am Hauptplatz, Santa Cruz


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